Die Idee klingt zunächst abenteuerlich, das Neue Testament in Form eines Magazins auf den Zeitschriftenmarkt zu bringen. Doch was dem Verlag Katholisches Bibelwerk 2010 mit seiner Veröffentlichung in der Einheitsübersetzung im Ergebnis gelungen ist, kann sich sehen lassen, wenngleich erst auf den zweiten Blick.
Das 244 Seiten starke Heft wirkt zunächst etwas überproportioniert und eher unauffällig vom weißen Deckblatt her. Die farbig geränderten Innenseiten lassen an ein Branchentelefonbuch denken. Auch die ersten Seiten mit Inhaltsverzeichnis und einem doppelseitigen Bild vom Einzug Jesu in Jerusalem, aufgenommen bei den Oberammergauer Festspielen, sind wenig vertrauenerweckend. Aber für den Rest des Magazins begegnet uns der heilige Text in Form eines Lay-outs, das seinesgleichen sucht.
Der Text ist überwiegend in Kolumnen angeordnet, nach Perikopen gegliedert und mit Überschriften versehen. Manche Verse sind im bekannten Fettdruck markiert, andere extrem vergrößert, so dass sie gleich ins Auge springen. Ebenso sind besondere Abschnitte-etwa die Bergpredigt-mit raumgreifenden Überschriften eingeleitet. Je intensiver man sich im Detail mit diesem Lay-out beschäftigt, desto deutlicher wird, dass dies eben tatsächlich kein Buch ist, das man mit der ersten Seite beginnt, sondern eben ein Magazin, das man an einer beliebigen Stelle aufschlägt und dort liest, wohin uns unser Blick lenkt. Das bedeutet eine völlig neue Lesererfahrung in Bezug auf den biblischen Text. Ein wenig atomistisch, aber dafür umso abwechslungsreicher. Aber auf jeden Fall ein Leseerlebnis, das uns zu immer neuen Blüten lockt. Eine Erfahrung, die einfach Spaß macht!
Vom Gewicht her ist das Magazin schon ein bisschen schwer. Aber aufgrund seiner Breite ruht es sicher auf Knie und Oberschenkeln und lässt sich, ob vorn oder hinten, leicht aufschlagen und auch im Schnelldurchgang durchblättern.
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